Grundlagen

In der EU leben ungefähr 38 Millionen Menschen mit verschieden schweren Behinderungen, von leichten Sehschwächen bis hin zu schweren Behinderungen wie Blindheit oder schweren Mehrfachbehinderungen. Der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt stetig zu. Derzeit sind ca. 20 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt.

In Deutschland nutzen vier von fünf Menschen mit Behinderungen das Internet. Am 1. Mai 2002 ist das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen in Kraft getreten. In diesem Gesetz hat der Bund Regeln zur Herstellung von Barrierefreiheit in der Informationstechnik für seine Verwaltung gesetzt.

Barrierefreiheit schließt Menschen mit und ohne Behinderungen, Benutzer mit technischen (z. B. Textbrowser oder PDA) oder altersbedingten Einschränkungen (z. B. Sehschwächen) und Suchmaschinen ein. Da dies aufgrund der vielen, individuell geprägten Barrieren nicht vollständig erreicht werden kann, spricht man auch von barrierearm oder zugänglich.

Zusätzlich bedeutet „barrierefrei“ aber auch, daß niemandem Barrieren in den Weg gelegt werden sollen. Auch nichtbehinderten Nutzern darf nicht die Pflicht auferlegt werden, beim Abruf von Internet-Angeboten genau dieselbe Hard- und Softwarekonfiguration zu verwenden wie der Anbieter (technische Barrierefreiheit). Neben der Zugänglichkeit geht es auch um die Plattformunabhängigkeit – ein Internetangebot muß sowohl mit Bildschirmen beliebigen Formats wie auch mit PDA, Handy u. ä. nutzbar sein. Es muß unabhängig vom verwendeten Betriebssystem und vom Browser funktionieren, sofern dieser standardkonform arbeitet.

Ebenso wichtig ist, daß alle Inhalte übersichtlich und in leicht verständlicher Sprache präsentiert werden. Barrierefreiheit bedeutet auch, daß keine übermäßigen Anforderungen an Bildung, Ausbildung und intellektuelles Niveau gestellt werden. Dadurch wird die Forderung nach Gleichberechtigung auch von sprachlich gehandicapten Menschen erfüllt, erfasst aber gleichzeitig die Probleme älterer Menschen, die nicht mit den Möglichkeiten und Methoden moderner Kommunikation aufgewachsen sind.

Barrierefreiheit und Usability